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Thomas Hausner
Kandidat für die Position des 2. Vizepräsidenten

Prim. Priv.-Doz. Dr. Thomas Hausner

Unfallchirurg · Stv. Ärztl. Leiter UKH Salzburg

Im Gespräch · Thomas Hausner

Wer ist Thomas Hausner?

Thomas Hausner ist eine der prägenden Persönlichkeiten des österreichischen Karate. Wer mehr als vier Jahrzehnte in einer Sportart unterwegs ist, sie auf höchstem Niveau betreibt, lehrt, organisiert, in internationale Spitzengremien hineinwirkt und gleichzeitig in einer der anspruchsvollsten medizinischen Fachdisziplinen Karriere macht, bei dem gehören Karate und Beruf nicht zu verschiedenen Lebensabschnitten, sondern zu derselben Lebenshaltung.

Beruflich steht Thomas Hausner an der Spitze einer der renommiertesten unfallchirurgischen Einrichtungen Österreichs: Er ist stellvertretender Ärztlicher Leiter und Abteilungsleiter Orthopädie und Traumatologie am Unfallkrankenhaus Salzburg. Zuvor war er Ärztlicher Leiter des Standortes Lorenz Böhler des Traumazentrums Wien (2018–2025) und Primarius für Unfallchirurgie. 2015 erfolgte seine Habilitation und Ernennung zum Privatdozenten an der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg.

Über seine klinische Tätigkeit hinaus ist er stellvertretender Leiter (Co-Direktor) des AUVA-Forschungszentrums am Ludwig-Boltzmann-Institut für Traumatologie, Mitglied der Spezialisierungskommission Handchirurgie der Österreichischen Ärztekammer, Bundesleiter Ärztlicher Dienst des Souveränen Malteser Ritterordens und österreichischer Vertreter im UEMS Multiple Joint Committee Hand Surgery in Brüssel. Er ist Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie sowie Orthopädie und Traumatologie, mit Spezialisierung in Handchirurgie.

Karate-Hintergrund

Was die Karate-Vita von Thomas Hausner besonders macht, lässt sich in einer einzigen Zahl ausdrücken: 8. Dan. Diesen Grad legte er am 29. Juni 2018 in Grize, Slowenien, vor einer japanischen Prüfungskommission ab, geleitet von Teruo Mimoto, 10. Dan Kenseikan Shito-ryu, einem der höchsten lebenden Meister dieser Stilrichtung. Wenige aktive Karateka in Österreich tragen einen vergleichbaren Grad.

Karate ist für Thomas Hausner seit 1979 (dem 14. Lebensjahr) fester Bestandteil seines Lebens. Über 45 Jahre Praxis, davon viele auf höchstem internationalen Niveau. Bereits davor war er Salzburger Jugend-Landesmeister im Judo (1979) und Mitglied des Salzburger Landeskaders.

Seine Ausbildung als Instructeur Fédéral absolvierte er an der staatlich französischen Ecole des Cadres in Paris (1993), in Österreich als staatlich geprüfter Lehrwart anerkannt. Im selben Jahr gründete er den Verein „Union Shito-ryu Shukokai Vienna", dessen Obmann und Trainer er bis heute ist.

Seine zahlreichen Trainingsaufenthalte in Japan und Okinawa (1994, 1996, 1999, 2001, 2004, 2007, 2008, 2009, 2011, 2012, 2013, 2016, 2017 und 2019) sind Ausdruck einer Lebenshaltung, die das traditionelle Karate nicht als Folklore betrachtet, sondern als lebendige Praxis, die bei der Quelle gepflegt werden muss.

Sportliche Erfolge auf höchstem Niveau

  • Sieger des Shito-ryu World Cup 2007 in Heraklion, Kreta
  • Vize-Europameister Shito-ryu 2001 (Jersey) und 2002 (Manchester)
  • 7. Platz Shito-ryu World Cup 2001 in Kobe, Japan
  • Mehrfache Medaillenränge bei österreichischen Staatsmeisterschaften (zuletzt 3. Platz 2000)
  • Bundesmeister der Österreichischen Turn- und Sportunion 2004
  • Zahlreiche Medaillen bei NÖ Landesmeisterschaften

Funktionärserfahrung

Thomas Hausner kennt die Verbandsarbeit von innen, und das auf jeder Ebene:

  • 1. Vizepräsident des Österreichischen Karatebundes (Mai 1998 bis April 2001)
  • Leiter der Medizinischen Kommission des ÖKB (1998–2001)
  • Anti-Doping-Beauftragter des ÖKB (1999–2001)
  • Mitglied der Medizinischen Kommission der World Karate Federation (1998–2001)
  • 1. Vizepräsident und später Präsident des Niederösterreichischen Landesverbandes für Karate (2001–2009)
  • Präsident der weltweiten Shito-ryu Shukokai Karatedo World Union (seit 2016, davor seit 2000 Vorgängerorganisationen)
  • Leitender Teamarzt der Nationalteams Kata und Kumite des ÖKB (1998–2001 sowie 2016–2018)

Die wenigsten Kandidaten für ein Vorstandsamt im österreichischen Karate können auf einen so vollständigen Lebenslauf zurückblicken: aktiv als Spitzensportler, als Trainer, als Lehrwart, als Mediziner im Sport, als Verbandsfunktionär auf Landes-, Bundes- und Weltebene und als Organisator zahlreicher nationaler und internationaler Karate-Großveranstaltungen.

Warum diese Kandidatur?

Die Begründung von Thomas Hausner ist denkbar nüchtern. Und gerade deshalb wirkungsvoll:

„In einer für den ÖKB schwierigen Phase bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen und meine Kenntnisse, sowohl aus meiner langjährigen Tätigkeit im Karate als auch im Beruf, einzubringen."

Das ist keine Heldengeschichte und kein Aufruf zum Umsturz. Es ist die ruhige Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, was er kann, der die Lage erkennt, wie sie ist, und der bereit ist, das eine in den Dienst des anderen zu stellen.

Wer Verantwortung in einem komplexen medizinischen Großbetrieb trägt, weiß, was Krisenmanagement bedeutet. Wer in der Welt-Spitze einer Sportart arbeitet, weiß, was internationale Vernetzung bedeutet. Wer schon einmal als Vizepräsident im ÖKB gedient hat, weiß, was die Bundesebene operativ erfordert. Diese Kompetenzen kommen jetzt gebündelt zurück.

Werte in der Zusammenarbeit

Fünf Prinzipien sind Thomas Hausner in der Zusammenarbeit besonders wichtig. Und es ist kein Zufall, dass es genau jene Werte sind, die im traditionellen Karate seit Jahrhunderten überliefert werden:

Respekt. Vor Menschen, vor Geschichte, vor unterschiedlichen Auffassungen.

Disziplin. Die Bereitschaft, das Notwendige zu tun, auch wenn es unbequem ist.

Bescheidenheit. Die Fähigkeit, die eigene Rolle nicht überzubewerten und dem Sport zu dienen, statt sich selbst.

Wachsamkeit. Die geistige Präsenz, die uns in der Verbandsarbeit ebenso wenig erlaubt, abzuschalten, wie sie es im Kumite tut.

Ehrlichkeit. Im Umgang mit sich selbst, mit Kollegen, mit Zahlen, mit Fakten.

Diese fünf Werte sind nicht zufällig zusammengestellt. Sie sind die innere Struktur dessen, was traditionelles Karate ausmacht, und sie sind genau das, was Karate Austria in seiner Verbandsführung wieder sichtbar leben muss.

Beitrag als 2. Vizepräsident

Die formale Aufgabenbeschreibung von Thomas Hausner für sein Amt ist kurz: Mitwirkung an strategischen Entscheidungen.

Hinter dieser Knappheit steht aber ein Anspruch, der genauso vielschichtig ist wie sein Lebensweg. „Strategische Entscheidungen" in einem Bundes-Fachverband betreffen die Ausrichtung des Spitzensports ebenso wie die Strukturen des Breitensports. Sie betreffen die internationale Positionierung des österreichischen Karate, die medizinisch-sportwissenschaftliche Betreuung der Athletinnen und Athleten, die Frage nach der Rolle der Tradition in einem Sport, der olympisch werden wollte und nicht olympisch geworden ist, sowie die Fortentwicklung der Aus- und Fortbildungsstrukturen für Trainerinnen und Trainer.

In all diesen Feldern bringt Thomas Hausner Tiefenwissen mit. Aus seiner Doppelrolle als langjähriger Verbandsfunktionär und international vernetzter Mediziner kann er Perspektiven einbringen, die in einem rein vereinspolitisch geprägten Vorstand fehlen würden, und die in einer Phase, in der der Verband neu aufgestellt werden muss, dringend gebraucht werden.